Ein Deutschordensritter versprach nach einem siegreichen Kreuzzug im Heiligen Land, eine unausgelöschte Kerze, die er an der Flamme am heiligen Grab Christi entzünden würde, in seine Stadt Florenz zu bringen. Dieser Plan machte aus ihm einen anderen Menschen. Er verwandelte ihn von einem erobernden Soldaten in einen friedfertigen. Selbst als er unterwegs von Räubern angegriffen wurde, verteidigte er sich nicht. Er versprach, ihnen freiwillig alles zu geben, was sie wünschten, solange sie nur seine Kerze nicht auslöschten.
Sie nahmen ihm seine Rüstung, seine Waffen und all sein Geld und gaben ihm im Gegenzug ein armes Maultier, mit dem er weiterziehen konnte. Nach einigen gefährlichen Abenteuern kam er schließlich in der Stadt Florenz an und schützte dabei die Kerze vor dem unruhigen Wind. Als ihn die Kinder in den Straßen von Florenz sahen, hielten sie ihn für verrückt und versuchten, seine Kerze auszulöschen. Nur durch ein Wunder erlosch seine Kerze nicht, sodass er die Kerzen auf dem Altar der Kathedrale anzünden konnte.
Als ihn jemand, der wie er eine brennende Kerze trug, fragte, was er tun müsse, damit sie nicht erlösche, antwortete er ihm: „Dieses kleine Licht verlangt, dass du aufhörst, an etwas anderes zu denken. Du darfst dich keinen Augenblick sicher fühlen. Selbst wenn du das Licht in vielen gefährlichen Situationen beschützt hast, musst du immer bereit sein, denn in dem Augenblick, in dem du es nicht erwartest, kann alles verhängnisvoll sein. Mit Gottes Hilfe ist jedoch alles möglich. Du musst nur Glauben haben, den Wunsch hegen, das Licht zu beschützen, Gott um seine Hilfe bitten, beten, und Er wird dir helfen.“