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Gleichnis

Sich verwandeln lassen

Ein Fluss wollte die Wüste durchqueren, um das Meer zu erreichen. Als er jedoch den unermesslichen Sand sah, überkam ihn die Angst und er klagte: „Die Wüste wird mich austrocknen und die Glut der Sonne wird mich vernichten.“ Da hörte er eine Stimme, die ihm sagte: „Vertraue dich der Wüste an.“ Doch der Fluss erwiderte: „Werde ich dann noch ich selbst sein? Werde ich nicht meine Identität verlieren?“ Aber die Stimme antwortete ihm: „Auf keinen Fall wirst du bleiben können, was du bist.“

Der Fluss vertraute sich der Wüste an. Die Wolken saugten ihn auf und trugen ihn über die Weite des heißen Sandes. Am anderen Ende der Wüste verwandelte er sich in Regen. Aus den Wolken entsprang ein Fluss, schöner und frischer als zuvor. Der Fluss freute sich und sagte: „Jetzt bin ich wahrhaftig ich selbst.“