Ein Heiliger vom Berg Athos wurde von seinen Schülern gefragt: „Schon so lange sitzt du hier am Ufer des Flusses und blickst ins Wasser. Was siehst du hier?“ Der Heilige gab keine Antwort und wandte seinen Blick nicht von der Strömung des Wassers, der er folgte. Schließlich sagte er: „Gott lehrt uns, wie wir leben sollen, indem er uns das Beispiel des Wassers gibt.
Das Wasser, wo immer es fließt, bringt Leben mit sich und teilt es denen aus, die es brauchen. Es ist gut und großzügig.
Es versteht, die Unebenheiten des Geländes zu glätten. Es ist gerecht.
Ohne zu zögern, stürzt es von den Dächern in die Tiefe. Es ist mutig.
Seine Oberfläche ist glatt, aber es kann tiefe Wellen bilden. Es ist weise.
Die Felsen und Klippen, die sich ihm in den Weg stellen, umgeht es. Es weiß zu ertragen.
Aber seine sanfte Kraft ist bei Tag und bei Nacht am Werk, um die Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Es ist ausdauernd.
Wie viele Windungen es auch auf sich nehmen muss, es verliert seine Richtung zum ewigen Ziel, dem Meer, nicht aus den Augen. Es ist sich seines Zieles bewusst.
Und wie schmutzig es auch wird, es strebt unaufhörlich danach, wieder rein zu werden. Es hat die Kraft, sich zu erneuern.
Deshalb“, sagte der Heilige, „blicke ich ins Wasser. Gott lehrt mich durch sein Beispiel das richtige Leben.“