Als Gott nach der wunderbaren Schöpfung der Welt auf Sein Werk und die Freude Seiner Geschöpfe blickte, bemerkte Er, dass ein Wesen traurig und still war: Es war das unschuldige Lamm. Gott sah den Schmerz des niedergeschlagenen Tieres und fragte es: „Was fehlt dir?“
„Oh!“, antwortete das Lamm seufzend. „Ich werde von den anderen Tieren hart behandelt! Sie haben spitze Hörner oder starke Hufe, scharfe Krallen oder giftige Zähne. Sie können schnell fliehen, in die Lüfte steigen oder ins Wasser tauchen. Nur ich bin der Willkür meiner Feinde preisgegeben.“
Die Klage des Lammes rührte Gott. Er sprach: „Gut, ich gebe dir die Wahl: Willst auch du Krallen oder scharfe Zähne, mit denen du alles fangen oder zerstören kannst, was dir in den Weg kommt?“
„Oh nein, Herr!“, antwortete das Lamm. „Solch gefährliche Werkzeuge möchte ich nicht! Ich liebe den Frieden! Bitte gib mir jene Werkzeuge, die mich das angesammelte Unrecht vergessen lassen oder die mir helfen, die Leiden leichter zu ertragen!“
„Gut“, antwortete Gott, „ich werde dir drei der besten Werkzeuge geben, mit denen du in den Augenblicken des Unglücks nicht verzweifeln wirst. Ich schenke dir: Sanftmut, Hingabe und Geduld!“