Es war einmal in einem fernen Land ein sehr wohlhabender Mann namens Elias. Nach fünfundzwanzig Jahren Arbeit hatte dieser Mann ein großes Vermögen angehäuft. Alle sagten: „Wie glücklich Elias ist! Er hat so viel Vermögen, dass er es nicht mehr zählen kann. Er hat keinen Grund zu sterben.“
Mehrere Unglücke trafen sein Haus, und er verarmte so sehr, dass ein barmherziger Nachbar ihn und seine Frau aufnahm, damit sie ihm im Hof dienten.
Eines Tages empfing dieser Mann einige Gäste. „Habt ihr“, fragte er, „den alten Mann gesehen, der gerade vorbeiging?“ „Wir haben ihn gesehen. Nun, was ist mit ihm?“ „Seht ihr, er war der reichste Mann im ganzen Land.“
„Väterchen“, rief einer von ihnen, „komm und iss etwas mit uns!“ Im Laufe des Gesprächs fragten sie ihn, wie er sich jetzt fühle, da er arm sei.
„So lange habe ich das Glück gesucht“, sagte er, „und erst seit zwei Jahren habe ich es gefunden, seit ich hier bin.“ „Du scherzt“, sagten die Gäste zu ihm. „Keineswegs! Ihr könnt auch die alte Frau fragen. Sie wird es euch sogar besser sagen als ich.“
Sie riefen die alte Frau, und sie sagte zu ihnen: „Es ist wahr. Wir waren reich und hatten keine Spur von Ruhe. Wir hatten keine Zeit zu reden, nicht einmal, um an Gott oder die Erlösung unserer Seelen zu denken. Und große Sorgen! Jetzt haben wir Zeit, zu Gott zu beten und auch an unsere Seele zu denken. Fünfzig Jahre lang haben wir das Glück gesucht und es erst jetzt gefunden!“
„Es ist wahr“, sagte auch der alte Mann, „früher waren wir Toren und beweinten den Verlust des Vermögens, aber Gott hat uns nun die Wahrheit gezeigt.“
Die Gäste blieben nachdenklich zurück. Wie schwer fällt es uns zu verstehen, dass das Glück in der Einfachheit liegt, in der heiligen Einfachheit.
„…Die Menschen haben nicht mehr die Fähigkeit, froh und glücklich zu sein, weil sie nicht mehr fähig sind, andere froh und glücklich zu machen.“
Die Menschheit verwechselt Glück und Freude, sie versteht sie nicht mehr in ihrem wahren Sinn, sie hat sie pervertiert, und auf diese Weise erzielt sie nicht das erwartete Ergebnis. Wie lange verweilt doch die Freude im Herzen, einen Nächsten erfreut zu haben! Und sie hat diese Beständigkeit, weil sie das göttliche Wirken in sich trägt – die Nächstenliebe. Aber nur in der Einfachheit kann der Mensch dies erlangen – genau wie die beiden alten Leute aus der obigen Geschichte.