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Gleichnis

Die Reue des Sünders

Am Ufer eines Flusses wollte ein böser Bauer um jeden Preis seinen Hund loswerden, obwohl dieser ein gutes und dankbares Tier war. Er nahm ihn in die Arme, warf ihn ins Wasser und glaubte, das Tier würde ertrinken und er wäre es so los. Doch der arme Hund schwamm mit Mühe ans Ufer und legte sich dann brav zu Füßen seines Herrn. Dieser, verärgert, dass es ihm nicht gelungen war, stieß ihn zurück ins Wasser, doch der Hund kam wieder heraus.

Geradewegs wütend, hob der Bauer das Tier erneut in seine Arme, doch als er es so weit wie möglich werfen wollte, rutschte er am schlammigen Ufer aus und stürzte mitsamt dem Hund ins Wasser. Da er nicht schwimmen konnte, begann er zu schreien und zu zappeln. Als er gerade dabei war, gänzlich unterzugehen, spürte er, wie ihn jemand am Kragen seines Mantels packte und langsam zum Ufer zog.

Mehr tot als lebendig aus dem Wasser gezogen, völlig durchnässt und verängstigt, verstand der Mann, dass ihm das Leben gerade von dem Hund gerettet worden war, den er hatte töten wollen. Scham ergriff seine Seele. Er dankte Gott, dass beide mit dem Leben davongekommen waren, streichelte danach voller Dankbarkeit seinen so treuen Hund, und sie gingen gemeinsam zum Dorf zurück. Im Stillen versprach sich der Mann, niemals wieder einer Seele Böses zu wollen.

„Die von Menschen vollbrachten Taten sind dreierlei Art: der Natur entsprechend, unter der Natur und über der Natur. Der Friede ist naturgemäß, die Feindseligkeit ist widernatürlich, und über der Natur sind die Vergebung und das uneigennützige Gute“ (Heiliger Athanasius der Große)