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Gleichnis

Die Wärme des Feuers

Während der heiligen Beichte fragte ein junger Mann seinen Beichtvater: „Vater, meine Seele fühlt sich schwer von Sünden an. Wie kann ich wieder Frieden finden, wenn ich weiß, dass ich gefehlt habe?“

„Mein Sohn, der Mensch darf niemals die Hoffnung verlieren. Selbst wenn wir gesündigt haben, wird Gott uns unsere Fehler verzeihen, aber unter einer Bedingung: dass wir Buße tun. Wir müssen aufrichtig, aus tiefster Seele Buße tun. Ich werde dir ein Beispiel geben. Draußen herrscht ein strenger Winter, der Frost ist groß. Geh und bring mir einen Eiszapfen.“

Als der junge Mann mit dem Stück Eis in der Hand zurückkehrte, nahm es der Priester und warf es in den Ofen, wo der Eiszapfen in der Wärme des Feuers sofort zu schmelzen begann.

„Hast du das Eis gesehen, das du von draußen geholt hast?! Es war seit Beginn des Winters so und wäre auch so geblieben, egal wie lange es in der Kälte gelegen hätte. Aber jetzt, da du es hereingebracht hast, siehst du, wie es zu schmelzen begonnen hat? Es wird wieder zu reinem und nützlichem Wasser. Als es gefroren war, war es zu nichts nütze. Genauso ist es mit der Seele, wenn sie von so vielen Sünden gefriert. Aber wenn du aufrichtig Buße tust, schmelzen die Wärme deines Gebetes und die Gnade des Herrn alles Böse weg und bringen dir Leben und Frieden in die Seele.“

„Sieh dir die Bäume draußen an“, sagte der Priester weiter. „Sie sind vom Frost erstarrt, aber im Frühling wird die Sonne sie erwärmen, und sie werden wieder zum Leben erwachen. Genauso sollst auch du Geduld und Vertrauen in die Güte und Barmherzigkeit Gottes haben und aus tiefster Seele Buße tun, denn so wie die Wärme des Feuers das Eis schmilzt, so heilt die aufrichtige Buße die von Sünden kranke Seele.“

„Das Bekenntnis schlechter Taten ist der Anfang guter Taten“ (Der selige Augustinus).