An einem Winterabend saß eine junge Familie um den Tisch. Der Vater war traurig und von Sorgen niedergedrückt, und die Mutter weinte und hielt ihr Gesicht in den Händen. Ihre kleine Tochter, verwundert über diese Situation, trat langsam näher und fragte: – Mutter, warum weinst du? – Mein Kind, es sind schwere Zeiten, wir haben kein Geld mehr und um leben zu können, haben wir auch dieses schöne Haus verkauft. Morgen werden wir in ein viel kleineres Haus umziehen müssen. Deshalb weine ich, weil es uns schwerfällt, diesen wundervollen Ort zu verlassen, an dem wir so viele Jahre in Frieden gelebt haben, und in ein ärmliches, heruntergekommenes Haus umzuziehen … – Aber, Mutter, wohnt Gott nicht auch in jenem armen Haus, in das wir umziehen werden?
Über den Glauben des Kindes und die Wahrheit, die es aussprach, erstaunt, verstanden die Eltern, dass im Leben die Schwierigkeiten und Sorgen jeder Art die Seele des Menschen bedrängen, aber der Glaube und die Hoffnung niemals vergessen werden dürfen, denn nur mit ihnen im Herzen lässt sich der dornige Weg des Lebens leichter beschreiten.
„Wie der Meister das Gold in den Schmelztiegel wirft und es durch das Feuer sichten und reinigen lässt, bis es glänzt, so lässt auch Gott die menschlichen Seelen von Sorgen heimgesucht werden, bis sie gereinigt und geläutert sind.“
„Darum ist eine solche Heimsuchung Gottes eine große Wohltat für die Seele“ (Heiliger Johannes Chrysostomus).