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Gleichnis

Was wir tun, wie wir es tun und wann wir es tun!

Ein schrecklicher Sturm zog über dem Meer auf. Der Wind wehte eisig, furchte das Wasser und türmte es zu riesigen Wellen auf, die mit Wucht gegen das Ufer schlugen und Strömungen erzeugten, die wie Stahlpflüge in die Tiefe drangen und Meerestiere, Krebstiere und Weichtiere aus ihrem Lebensraum rissen und sie Dutzende von Metern vom Ufer wegspülten.

Als der Sturm genauso schnell nachließ, wie er begonnen hatte, beruhigte sich das Wasser und zog sich zurück. Nun war der Strand eine riesige Schlammfläche, auf der Tausende und Abertausende von Seesternen im Todeskampf zappelten. Es waren so viele, dass der Strand rosafarben schien.

Dies zog viele Menschen an diesen Küstenabschnitt. Auch Teams von verschiedenen Fernsehsendern trafen ein, um das seltsame Phänomen zu filmen. Die Seesterne waren fast unbeweglich. Sie lagen im Sterben.

In der Menge war auch ein Kind, das von seinem Vater an der Hand gehalten wurde und mit traurigen Augen die kleinen Seesterne betrachtete; dann rannte es los, sammelte sie auf und warf sie ins Wasser. Danach kam es zurück und wiederholte den Vorgang.

Von der Brüstung rief ihm ein Mann zu: „Aber was machst du da, Junge?“

„Ich werfe die Seesterne ins Wasser. Sonst sterben sie alle am Strand“, antwortete das Kind, ohne mit dem Laufen aufzuhören.

„Aber an diesem Strand gibt es Tausende und Abertausende von Seesternen: Du wirst sie sicher nicht alle retten können. Es sind zu viele“, rief der Mann weiter. „Ganz zu schweigen davon, dass dasselbe an Hunderten von anderen Stränden entlang der Küste geschieht! Du kannst die Dinge nicht ändern!“

Das Kind lächelte, bückte sich erneut, hob einen weiteren Seestern auf und antwortete, während es ihn ins Wasser warf: „Sieh, für diesen habe ich die Dinge geändert.“

Der Mann war einen Moment lang sprachlos, dann bückte er sich, zog seine Schuhe und Socken aus und ging ebenfalls zum Strand hinunter. Er begann, Seesterne zu sammeln und sie ins Wasser zu werfen. Einen Augenblick später kamen zwei weitere Mädchen herunter, und so waren es schon vier Personen, die Seesterne ins Wasser warfen. Danach kamen Hunderte, Tausende weitere Menschen hinzu, die Seesterne ins Wasser warfen. So wurden alle gerettet.

Damit sich die Welt ändert, würde es genügen, wenn jemand, selbst ein Kind, den Mut hätte, anzufangen.