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Gleichnis

Welchen Rat wir von Großeltern bekommen

Ein frommer und hochbetagter Großvater war von vielen Enkeln und Urenkeln umgeben, denn er hatte eine große Familie. Der alte Mann erzählte seinen Enkeln viele lehrreiche Geschichten aus seinem Leben. Die Enkel waren sehr begeistert von all den Ereignissen, die ihr Großvater durchlebt hatte.

Eines Tages fragte ihn einer der älteren Enkel: „Großvater, wie hast du es geschafft, Kriege, so viele Sorgen und Entbehrungen zu überstehen und wie hast du dir immer diese Selbstbeherrschung und dieses Gleichgewicht bewahrt, mit denen du uns auch jetzt noch in Erstaunen versetzt?“

„Nun, meine Lieben!“, antwortete er. „Wisst ihr, ich habe immer auf meine Augen geachtet, denn alles Böse in der Welt dringt durch die Sinne in das Herz des Menschen ein, und vor allem durch das Sehen. Als ich auch klein war wie ihr, hat mich der Priester aus dem Dorf gelehrt, jeden Tag drei Dinge zu tun, wenn ich das Haus verlasse:

- Erstens richte ich meinen Blick zum Himmel, um mich daran zu erinnern, dass dort oben mein Vater ist, der über mich wacht. Er ist das Wichtigste in meinem Leben, und auf Ihn richten sich all mein Streben und meine Kraft.

- Zweitens senke ich meine Augen zur Erde und schaue, wie wenig Platz ich brauche, um dort auch mein Grab zu finden.

- Und drittens schaue ich mich ringsum um, auf die vielen Menschen, die Schlimmeres zu erleiden haben als ich, auf all jene, die krank sind: verstümmelt, gelähmt, blind, taub, stumm, bedürftig oder obdachlos.

Auf diese Weise bin ich durch alle Leiden des Lebens gegangen, habe sie ohne Murren ertragen und zufrieden und in Frieden mit der ganzen Welt und mit dem guten Gott gelebt.“