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Gleichnis

Die Stunde der Erlösung

In einem Kloster am Fuße eines hohen, waldbedeckten Berges lebte einst ein alter Mönch, der für seine Weisheit bekannt war.

Eines Morgens kam ein junger Mann zu ihm und fragte ihn: – Eure Heiligkeit, ich habe gehört, dass wir, um erlöst zu werden, Buße tun müssen, dass uns alle Sünden leidtun müssen, die wir im Laufe unseres Lebens begangen haben. Aber, Vater, wie lange müssen wir denn Buße tun? – Mein Sohn, es genügt, wenn du einen einzigen Augenblick vor dem Tod Buße tust. – So wenig, Vater? – Ja, mein Sohn! – Aber woher soll ich wissen, wann jene Stunde naht? – Der Tod kann jederzeit kommen, also erwarte ihn vorbereitet, damit er dich in jedem Augenblick mit Demut und Buße in der Seele vorfinden kann. Gott ist gut und vergebend. Wer seine Fehler von Herzen bereut und danach strebt, nicht mehr zu sündigen, der erlangt ein schönes Leben und Seelenfrieden. Aber mehr als alles andere kann nur dieser auf die Erlösung, auf das ewige Leben hoffen.

„Da wir weder Ort noch Zeit kennen, an dem uns der Tod erwartet, werden wir ihn überall und jederzeit erwarten“ (Heiliger Augustinus)