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Gleichnis

Die vier Schüler

Einst wollten vier Schüler sich in einem Wettstreit messen. Gesagt, getan. Sie setzten sich alle in einen Raum und beschlossen, drei Tage lang kein Wort zu sagen, um so ihre Geduld und Konzentrationsfähigkeit zu prüfen.

Doch gegen Abend, als es dunkel wurde, konnte einer nicht mehr an sich halten und sagte: „Soll jemand das Licht anmachen!"

„Was tust du, sollten wir nicht schweigen?“, fragte ihn der zweite verwundert.

„Ihr Dummköpfe, warum habt ihr gesprochen?“, fuhr der dritte sie an, um sie zu tadeln.

„Hehe, nur ich habe geschwiegen!“, prahlte der vierte hochmütig.

Jeder Schüler fiel einer Versuchung zum Opfer: die Eile, das Misstrauen, der Zorn und der Stolz – die vier Versuchungen, die die Menschen zu jeder Stunde prüfen. Deshalb ist die Geduld der beste Weggefährte im Leben; man braucht Geduld, um zu arbeiten, zu lernen, zu beten … man braucht Geduld auch, um zu lieben. „Wo keine Geduld ist, da ist auch keine Liebe“ (Heiliger Gregor der Dialoge).