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Gleichnis

Die drei Söhne

In einem Dorf wollten drei Frauen Wasser vom Brunnen holen. Unweit davon saß ein weiser Mann und hörte zu, wie die drei Frauen ihre Söhne lobten.

„Mein Sohn“, sagte die erste, „ist so klug, dass er alle anderen hinter sich lässt.“

„Mein Sohn“, sagte die zweite, „singt so schön wie eine Nachtigall. Kein anderer Junge hat eine so schöne Stimme wie mein Sohn.“

„Und du, warum lobst du deinen Jungen nicht?“, fragte eine die dritte Frau.

„Mein Sohn hat nichts Besonderes an sich, ich könnte ihn für nichts loben. Er ist nur ein gewöhnlicher Junge wie alle anderen auch.“

Die Frauen füllten ihre Eimer und gingen nach Hause. Der weise Mann folgte ihnen langsam. Da die Eimer schwer waren, hielten sie an, um sich auszuruhen. Da kamen ihnen ihre Söhne entgegen.

Der erste machte einen Sprung, stellte sich auf die Hände und begann so zu gehen. Die Frauen riefen: „Was für ein kluger Junge!“

Der zweite begann wie eine Nachtigall zu singen, und die Frauen hörten ihm begeistert zu.

Der dritte Junge kam zu seiner Mutter, nahm ihr den Eimer aus der Hand und trug ihn nach Hause.

Da fragten die Frauen den weisen Mann: „Was sagst du zu unseren Söhnen?“

„Wo sind eure Söhne?“, antwortete ihnen der alte Mann. „Ich sehe nur einen einzigen Sohn, den ungelobten.“