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Gleichnis

Die zwei Körner

Eines Tages ging ein Bauer zum Säen auf sein Feld. Ein Korn, das auf der Spitze eines Erdbrockens liegen geblieben war, begann sich gegenüber einem anderen zu rühmen, das tief unter der Furche lag:

– Siehst du, Bruder, du liegst dort und kämpfst mit der Kälte und der Finsternis der Erde, sehnst dich nach einem Sonnenstrahl, nach Licht und Wärme. Mir, Brüderchen, geht es viel besser, während du dich abmühst.

Doch in diesem Augenblick stieß unerwartet eine Krähe vom Himmel herab und verschlang das Korn, das offen dalag.

Sein Bruder unter der Furche hingegen keimte nach kurzer Zeit, und aus dem kleinen Korn wuchs eine schöne und kräftige Ähre aus der Erde empor. Erst jetzt taten ihm das Licht und die Wärme der Sonne wahrhaft gut. Mit der Zeit reifte die Ähre und trug reiche Frucht.

So brachten die Hoffnung und die Demut dem zweiten Korn das wahre Leben, während der Stolz das erste teuer zu stehen kam. Die Schwierigkeiten des Lebens dürfen uns nicht erschrecken oder entmutigen, denn Gott sieht unser Leid und unseren Glauben und wird uns unfehlbar zur rechten Zeit belohnen.

Mit Hoffnung und Gebet können wir jedes Hindernis im Leben überwinden. Jene aber, deren Herz von sich selbst erfüllt ist, in dem kein Platz mehr für Gott ist – also für die Liebe, die Hoffnung und den Glauben – enden, wie das erste Korn, in den Klauen des Vogels der Finsternis, in den Klauen des Feindes aus der Hölle.

„Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“