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Gleichnis

Die sieben Ruten

Ein Vater hatte sieben Söhne, die sich oft nicht vertrugen. Wegen ihrer Streitereien vergaßen sie zu arbeiten. Zudem beabsichtigten einige böswillige Menschen, diese Uneinigkeit auszunutzen, damit sich die Söhne nach dem Tod ihres Vaters um das Erbe prügeln würden.

Da rief der alte Vater seine Söhne zusammen, legte ihnen sieben Ruten vor, die fest zusammengebunden waren, und sagte: „Wer es schafft, dieses Rutenbündel zu zerbrechen, dem werde ich Talente geben.“

Einer nach dem anderen versuchte sein Glück und seine Kraft. Da sie das Rutenbündel nicht zerbrechen konnten, gaben sie alle zu: „Es geht nicht, es ist gar nicht möglich!“

„Doch“, sagte ihnen der Vater, „nichts ist leichter als das!“ Er löste die Bänder und zerbrach alle Ruten, eine nach der anderen, mit der geringsten Anstrengung.

„So, natürlich ist das leicht“, sagten seine Söhne. „So hätte sie auch ein Kind zerbrechen können!“

Der Vater aber sagte zu ihnen: „Wie es mit diesen Ruten ist, so ist es auch mit euch. Solange ihr zusammen seid, werdet ihr leben und niemand wird euch entzweien können. Aber wenn das Band der Eintracht, das euch verbindet, reißt, dann wird es euch ergehen wie den Ruten, die hier zerbrochen vor euch auf dem Boden liegen. Also... vergebt einander, versöhnt euch und lebt in Harmonie.“