Einer der Schüler des heiligen Nifon erzählte mit großer Verwunderung:
– So viel Demut und Sanftmut hatte ihm die Gnade des Heiligen Geistes verliehen, dass er sich selbst für so hielt, als ob er die Welt mit seiner bloßen Erscheinung beflecke. Hört ein Zeugnis seiner Tugenden. Er wurde einst in das Haus eines Würdenträgers gerufen, der große Ehrfurcht vor dem Ehrwürdigen hatte.
Jener Reiche besaß einen sehr großen Garten, in dem eine Vielzahl wilder Tiere frei wie in einem Wald weidete. Und unter den vielen Hirschen, die er hatte, befand sich einer von Natur aus überaus wild, der, wenn er einem Menschen begegnete, ihn mit seinen Vorderläufen und seinem verzweigten Geweih angriff.
Ich war mit dem Heiligen zusammen, und als wir den Hof des Würdenträgers betraten, stürzte sich der wütende Hirsch auf mich. Als der Heilige dies sah, stellte er sich vor mich, um mich zu beschützen, und kaum hatte er ihn berührt, da wurde das Tier augenblicklich zahm.
Dann blickte der Hirsch dem Heiligen in die Augen, schämte sich und floh ins Dickicht.
Ich fragte:
– Sage, Vater, wie hast du das gemacht?
– Dies ist die verborgene Kraft der Demut. Wenn wir uns vor allen und allem demütigen und erkennen, wie sündhaft wir sind, steigt der Stab Gottes vom Himmel herab und zerschmettert alles Böse.