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Gleichnis

Wer ist der Kaiser oder der Soldat, der Reiche oder der Arme, der Gerechte oder der Sünder?

Es lebte einmal ein König von Spanien, der sehr stolz auf seine Vorfahren war und für seine Grausamkeit gegenüber den Schwächeren bekannt war. Eines Tages, als er mit seinem Gefolge über eine Ebene in Aragon reiste, wo Jahre zuvor sein Vater in einer Schlacht gefallen war, traf er einen Mann, der in einem Haufen Gebeine wühlte.

„Was tust du hier?“, fragte der König.

„Als ich erfuhr, dass der König von Spanien hierherkommt, beschloss ich, die Gebeine eures verstorbenen Vaters zu sammeln und sie euch zu übergeben. Doch so sehr ich auch suche, ich kann sie nicht finden, denn sie sind genau wie die der Bauern, der armen Leute, der Bettler und der Sklaven, die ebenfalls hier gestorben sind. Es gibt keinen Unterschied.“

Als der König dies hörte, wurde er nachdenklich, geplagt von seinem Gewissen, das wie ein nimmermüder Wurm zu arbeiten begann.

Lasst auch uns mehr über alles nachdenken, was wir im Leben getan haben, über unsere Haltung und unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen, gegenüber Gott und gegenüber uns selbst. Und wenn uns das Gewissen wegen etwas plagt, lasst uns unser Leben (zum Guten) ändern, die Vergangenheit mit den Tränen der Buße abwaschen und die Barmherzigkeit Gottes nicht vergessen, der uns zur Reinigung auch die zweite Taufe, nämlich die heilige Beichte, anbietet, bevor jemand in einem Haufen Gebeine wühlt und mit Schmerz sagt: „Ich erinnerte mich an den Propheten, der ruft: Ich bin Erde und Asche; und wieder schaute ich in die Gräber und sah nackte Knochen und sprach: Wer ist denn der Kaiser oder der Soldat, der Reiche oder der Arme, der Gerechte oder der Sünder?“ …