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Gleichnis

Der einfache, aber unschätzbare Schatz

Der Tag war bewölkt und die Fassade eines Hauses ohne Fenster war dunkel. Traurig war auch das Kind. Jeden Tag irrte es orientierungslos und ziellos umher. Es schlich sich leise in die gefährlichen Ruinen oder spielte mit den anderen Kindern, die ebenfalls schweigsam und mürrisch waren. Mit ausdruckslosen Augen blickte es immer auf das, was in dem kleinen Verkaufsstand übrigblieb. Die Backwaren lagen in den Vitrinen des Ladens ausgestellt. Das Kind kam jeden Tag hierher. Jeden Tag, seit dieser hässliche Krieg aus dieser freundlichen Stadt eine traurige und unwirtliche gemacht hatte.

Doch dann geschah etwas Ungewöhnliches, etwas, wovon man in jenen traurigen Zeiten nichts gehört hatte: Die Frau des Bäckers rief das Kind in den Brotladen. Als es zurückkam, war das Kind wie verwandelt: Seine Augen leuchteten und es hüpfte vor Freude, während es etwas an seine Brust drückte; wahrscheinlich einen Schatz oder jedenfalls etwas Wertvolles. Mit einem Lächeln auf den Lippen reichte es seiner Großmutter etwas: Es gab ihr ein Stück Brot.