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Gleichnis

Gesammelte Schätze

In einer Stadt lebte einst ein sehr geiziger Mann. Sein ganzes Leben lang tat er nichts anderes, als immer mehr Reichtum anzuhäufen. Nie hatte er Mitleid mit einem armen Menschen. Er gab niemals Almosen, unter keinen Umständen.

Nur ein einziges Mal, an einem Sonntag, als er an einer Kirche vorbeiging, warf er einem Bettler zwei kleine Münzen zu. Ansonsten gab er sein ganzes Leben lang nichts.

Wenn der Priester ihn traf und ihn zurechtwies, antwortete er immer: - Vater, in dieser Welt kann man alles kaufen. Sicherlich ist es in der jenseitigen Welt genauso. Bei all den Reichtümern, die ich gesammelt habe, ist es unmöglich, dass ich nicht in den Himmel komme!

Egal wie viele Ratschläge der Priester ihm gab, er wollte nicht zuhören. So ging es Tag für Tag, bis er eines Nachts einen schrecklichen Traum hatte.

Er träumte, er sei gestorben und am Tor des Himmels angekommen, als ihn am Eingang der heilige Petrus fragte: - Nun, Mensch, was machst du hier? - Heiliger Petrus, ich möchte auch in den Himmel eintreten. - Glaubst du denn, dass du das kannst? - Heiliger Petrus, wenn es sein muss, bezahle ich. Ich habe unzählige Schätze... - Na, warum hast du das nicht gleich gesagt, Mensch, wenn du Schätze gesammelt hast, ist das kein Problem. Mal sehen, wie viel Vermögen du bei dir hast.

Der Mann konnte sich vor Freude kaum halten, als er hörte, dass er bezahlen könne. Schließlich hatte er sein ganzes Leben nichts anderes getan, als zu sammeln und zu sammeln. Er begann, alle seine Taschen zu durchsuchen, doch, man mag es kaum glauben, er fand keine einzige Münze mehr.

Als der heilige Petrus ihn so ratlos sah, sagte er zu ihm: - Such weiter, such weiter, vielleicht findest du doch noch etwas!

Und tatsächlich fand der Mann am Boden einer Tasche zwei kleine Münzen. - Oh weh, aber warum habe ich nur so wenig?! Auf der Erde hatte ich tausendmal mehr. Warum bin ich hier nur mit zwei kleinen Münzen angekommen? - Nun, Mensch, antwortete ihm der heilige Petrus, wenn du hier ankommst, hast du nur das, was du im Leben verschenkt hast. Das sind die Schätze, die jeder im Himmel sammelt. Mit ihnen kannst du tatsächlich in den Himmel eintreten, aber glaubst du, dass zwei kleine Münzen ausreichen?! In deinem ganzen Leben hast du nur dieses Geld einem armen Menschen gegeben, der am Tor einer Kirche auf deine Hilfe wartete. Hättest du während deines Lebens mehr himmlische Schätze gesammelt, wärst du vielleicht in den Himmel eingetreten, aber so...

Genau in diesem Augenblick erwachte unser Mann aus seinem Traum, völlig verängstigt. Von diesem Tag an war er nicht mehr derselbe. Von diesem Tag an versuchte er, Schätze nur im Himmel zu sammeln. Es gab so viele Arme, die seine Hilfe brauchten...!

„Die Reichen werden in den Himmel kommen, wenn die Armen sie dorthin hineinführen“ - Seliger Augustinus.