In einem Dorf in der Ebene trafen sich drei Frauen am Brunnen. Zwei von ihnen hörten nicht auf, ihre Söhne zu loben. Die dritte aber sagte nichts, obwohl auch sie einen Sohn hatte, über den sie sich nicht hätte beklagen können.
Die drei Frauen nahmen jede einen Eimer Wasser und gingen gemeinsam nach Hause zurück. Unterwegs trafen sie ihre drei Kinder, die in einem Obstgarten spielten.
„Schaut, da ist meiner“, sagte die erste Frau. „Er ist so stark.“
„Aber meiner“, sagte auch die zweite, „ist in allem geschickt.“
Auch diesmal sagte die dritte Frau nichts, doch ihr Kind, als es seine Mutter sah, beeilte sich, zu ihr zu kommen und den Eimer zu übernehmen. Die anderen beiden Jungen fingen an zu lachen und blieben zurück, um weiterzuspielen.
Nun zeigte sich die Wahrheit. Aus Bescheidenheit hatte die dritte Frau nicht mit ihrem Sohn geprahlt, doch an ihrer Stelle sprachen die Taten … „Lerne, mein Sohn, stets einfach und ohne Bosheit zu sein!“ (Heiliger Ephraim der Syrer)