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Gleichnis

Der Weidenkorb

Ein junger Mann, der sich sehr lange bemüht hatte, beten zu lernen, stellte fest, dass die Erfahrung des Gebets keinerlei Wirkung auf ihn hatte. Mehr noch, das Gebet schien ihm wie Wasser, das durch die Finger rinnt und nicht aufgehalten werden kann. Entmutigt wollte er das Beten aufgeben.

Doch er hörte von einem Freund von der Existenz eines Weisen in der Wüste, der ein Meister des Gebets war. Also beschloss er, sich auf den Weg zu diesem Weisen zu machen. Als er dort ankam, sagte er zu ihm: „Ich habe vor langer Zeit mit dem Beten begonnen, aber ich habe keine Wirkung in meinem Leben gespürt. Und da ich gehört habe, dass du ein Meister des Gebets bist, bin ich zu dir gekommen, um mir einen Rat zu holen. Sag mir bitte, wie muss ich beten, um die Fülle des Gebets zu spüren?“

„Gut, mein Freund! Sieh mal! In etwa 100 m Entfernung ist ein Fluss zu sehen. Nimm diesen Weidenkorb, auch wenn er schmutzig ist, und bring ihn mir mit Wasser gefüllt.“

Der junge Mann ging zum Fluss, füllte den Korb, doch bis er beim Weisen ankam, war der Korb leer. Der junge Mann wurde noch einmal geschickt, aber auch dieses Mal geschah dasselbe. Als er gebeten wurde, ein drittes Mal zu gehen, sagte der junge Mann zum Weisen: „Meister, du siehst doch, dass mit einem solchen Korb kein Tropfen Wasser getragen werden kann. Der Korb ist geblieben, wie er war.“

„Freund“, erwiderte der Weise, „jetzt ist der Korb sauber. Genauso geschieht es mit dem Gebet. Wenn du betest, hast du den Eindruck, dass du bleibst, wie du vorher warst, aber in Wirklichkeit ist es nicht so, denn das Gebet reinigt. Es reinigt die Seele des Menschen.“