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Gleichnis

Der falsche Glaube

In einer Stadt führte ein Akrobat seine Kunststücke auf einem Seil in großer Höhe vor. Gegen Ende war es Zeit für die Sensation des Tages: Er nahm eine Schubkarre und schob sie über ein gespanntes Kabel. Nachdem er sicher auf der anderen Seite des Kabels angekommen war, fragte er die Zuschauer, ob sie glaubten, dass er die Schubkarre auch zurückbringen könne. Als Antwort klatschte die Menge begeistert in die Hände. Er fragte sie noch einmal und erhielt dieselbe Antwort. Dann wandte er sich an einen Zuschauer in der vordersten Reihe: „Glauben Sie, dass ich die Schubkarre zurückbringen kann?“ „Selbstverständlich!“, antwortete der Zuschauer. „Dann kommen Sie bitte hierher, steigen Sie in die Schubkarre und ich werde Sie auf die andere Seite bringen“. Doch dieser weigerte sich.

So sind auch einige von uns Menschen. Innerlich sagen wir, wir haben Glauben an Gott, aber wenn wir in die Lage versetzt werden, unseren Glauben zu bekennen, tun wir es aus verschiedenen, völlig subjektiven Gründen nicht (zum Beispiel aus Scham – vor jemandem bekreuzigen wir uns nicht oder tun nichts, was Gott wohlgefällig ist, aus Angst, jener könnte uns für verrückt oder dumm halten).

Diejenigen von uns, die so handeln, nennen sich leider nicht wahre Christen (Gläubige), sondern nur getünchte Christen, heuchlerische, augenblicksbezogene Gläubige. Möge der gute Gott uns allen helfen, wahrhaftige Christen zu sein, voll und ganz, beständig im Glauben, im Guten wie im Schlechten, um die Erlösung zu erlangen, Amen.