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Gleichnis

Der Glaube kommt aus dem Hören und wird durch die Erfüllung vollendet

Bei einem alten Mönch hatte sich eine Schar von Christen versammelt. Alle waren sehr begeistert von den schönen Lehren, die sie von ihm hörten. Als der Alte die Begeisterung der Christen für das geistliche Leben sah, sagte er zu ihnen:

„Ich habe euch gelehrt, wie man die Bibel auslegt, ich habe euch die Gebote Gottes erklärt, und bevor ihr geht, möchte ich mit einem Gleichnis schließen: In einem alten Buch wird erzählt, dass ein Christ nach einem schönen, in der Kirche gelebten Leben zum Herrn heimging. Dort wurde er von seinem Schutzengel empfangen, der ihn ins Paradies führte. Als er das Paradies besichtigte, war er sehr angetan von den dortigen Schönheiten und davon, wie die erlösten Christen die Ewigkeit verbringen!

Am Ende seiner Reise sah er auf einer Seite einen großen Berg aus Ohren und fragte den Engel: ‚Heiliger Engel, was bedeutet dieser riesige Berg aus Ohren?‘

‚Dies sind die Ohren der Christen, die mit großer Freude und Begeisterung das Wort Gottes, die Ratschläge der Kirche und die kirchliche Ordnung gehört, sie aber nicht befolgt haben. Die Ohren, die gehört haben, siehe, sie sind gerettet und ins Paradies gelangt, aber die Besitzer der Ohren sind im Feuer der Hölle!‘, antwortete der Engel.

Nur das Hören der geistlichen Lehren allein führt nicht zur Erlösung. Was der Mensch gehört hat, muss das Herz durchdringen, er muss es annehmen und bewahren, damit es Frucht bringt, denn andernfalls stiehlt es der Satan. Nicht die Hörer des Gesetzes, sondern seine Täter werden gerettet werden.

Ich habe euch dieses Gleichnis am Ende erzählt, damit nicht all meine und eure Mühe vergeblich sei. Die Bibel, die Glaubenslehre, die kirchliche Ordnung, die Kanones, die Gottesdienste und alles andere, was von der Kirche angeordnet ist, sind Mittel, durch die wir Gott durch Bekenntnis, Wort und Tat wohlgefällig werden sollen.“