Wer sehen will, wie seine Seele aussieht, muss sie durch das Licht Christi betrachten. Schließe dich zum Beispiel in ein Haus ein, wenn draußen ein sonniger Tag ist, verdunkle das Zimmer, ziehe die Vorhänge zu, aber lass nur ein kleines Loch, durch das ein Sonnenstrahl eindringen kann. Im Zimmer herrscht strahlende Sauberkeit, alles scheint vollkommen rein zu sein. Doch siehe da, wenn ein Lichtstrahl eindringt, was ist zu sehen? In seinem Licht zeigt sich eine ganze Wolke von Staub, die in der Luft schwebt.
So ist es auch, christlicher Bruder, mit dem Menschen, der sich nicht im Licht Christi sieht. Ihm scheint es, dass er sehr rein ist und seine christliche Pflicht erfüllt, indem er sagt: „Ich habe nicht gestohlen, ich habe nicht geraubt, ich habe nicht betrogen, ich habe niemanden getötet…“ Aber wehe, im Licht Christi sieht unser Leben ganz anders aus, es erscheint beladen mit Sünden und aus einer anderen Perspektive.
So auch wir, christliche Brüder, beginnen erst dann an der Erlösung unserer Seele zu arbeiten, wenn das Licht Christi die Vielzahl unserer Sünden offenbart. Im Geist dieser Welt werden wir niemals die Tiefen unserer Seele erforschen, und die Sorge unseres Lebens, das von der Philosophie der Moderne geleitet wird, wird sich immer nur fragen: „Wie kann ich mich besser amüsieren? Wie kann ich feiern? Wie kann ich all meine Wünsche befriedigen?“