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Gleichnis

Wie wir im Leben abrechnen?!

Eines Abends, als die Mutter das Abendessen zubereitete, kam ihr elfjähriger Sohn mit einem Blatt Papier in der Hand in die Küche. Mit einer seltsam förmlichen Miene reichte das Kind seiner Mutter den Zettel, die sich die Hände an einem Tuch abtrocknete und las, was darauf stand:

Für das Unkrautjäten im kleinen Garten: 5 Lei. Für das Aufräumen meines Zimmers: 10 Lei. Für das Holen der Milch: 1 Lei. Für das Aufpassen auf meine kleine Schwester an drei Nachmittagen: 15 Lei. Für 2 „Sehr Gut“-Bewertungen in der Schule: 10 Lei. Für das abendliche Hinunterbringen des Mülls: 7 Lei. Gesamt: 48 Lei.

Die Mutter blickte ihr Kind sehr sanft in die Augen. Viele Erinnerungen kamen ihr in den Sinn. Sie nahm einen Stift und schrieb auf die Rückseite des Blattes:

Für die neun Monate, die ich dich in meinem Leib getragen habe: 0 Lei. Für all die Nächte, die ich an deinem Bett wachte, als du krank warst: 0 Lei. Für all die Momente, in denen ich dich getröstet habe, als du traurig warst: 0 Lei. Für all die Gelegenheiten, bei denen ich deine Tränen getrocknet habe: 0 Lei. Für alles, was ich dich Tag für Tag gelehrt habe: 0 Lei. Für Frühstück, Mittag- und Abendessen, für alle Snacks und Sandwiches, die ich dir zubereitet habe: 0 Lei. Für das Leben, das ich dir Tag für Tag schenke: 0 Lei. Gesamt: 0 Lei.

Wenn wir in persönlichen und familiären Beziehungen anfangen, Rechnungen aufzustellen, geht alles den Bach herunter, denn Liebe ist entweder umsonst oder sie ist keine Liebe.