Bei einem alten und demütigen Mönch, der aber für seine Weisheit bekannt war, versammelten sich mehrere Menschen, um belehrende Worte zu hören. Nach einem geistlichen Gespräch, in dem der alte Mönch zu ihnen über die Geschichte der Menschheit, den Tod, das Jüngste Gericht und die allgemeine Auferstehung sprach, fragte ihn ein Christ: „Heiliger Vater! Ich kann mit meinem Verstand nicht begreifen, was du mir darüber sagst, dass Gott bei der allgemeinen Auferstehung die Gebeine aller Menschen aus allen Ecken der Welt sammeln und sie wieder zusammensetzen wird. Wie ist es möglich, dass Gott nach so vielen tausend Jahren die Knochen und Scherben von Milliarden von Menschen sammelt?“
Als Antwort ging der weise alte Mönch in seine Zelle, nahm ein starkes Stück Magnet und näherte es einem Haufen Staub, der mit Dutzenden von Metallspänen vermischt war. Der Magnet begann sofort, alle Metallspäne aus dem Staubhaufen anzuziehen. Die Erde blieb an Ort und Stelle, während das Metall sich wie eine Traube am Rand des Magneten sammelte.
Dann sprach der alte Mönch: „Siehe, ein Wunder, Bruder Christ! Mein Magnet zieht den Metallstaub aus dem Erdhaufen zusammen. Nimm ein großes Stück Eisen, zermahle es zu Pulver, wirf alles in eine Erdgrube, und ich werde es dir von dort mit meinem Magneten herausholen. Wenn also mein Magnet, der doch nur Materie ist, dieses Wunder vollbringen kann, wie glaubst du dann, dass der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, nicht in der Lage sein wird, zur gegebenen Zeit die Asche und den Staub unserer Knochen aus der Erde zu sammeln! Wie also mein Magnet das Metallpulver aus der Erde zieht, so wird auch Gott bei der Auferstehung die Knochen aller Menschen von der Erde nehmen und sammeln.“
Mit diesem Gleichnis erhellte der weise alte Mönch den schwachen Verstand des Ungläubigen, der sich fragte, wie es bei der allgemeinen Auferstehung sein wird.