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Gleichnis

Wenn wir uns sogar um das Weihwasser streiten!

Einst, als er eine Predigt über die Geduld hielt, gab ein Priester, der erst kürzlich in eine Pfarrei gekommen war, den Gläubigen ein Beispiel:

„Ich erinnere mich daran, dass an einem Tag, am Fest der Theophanie, sehr viele Menschen in die Kirche gekommen waren. Es hatte sich eine lange Schlange für das Weihwasser gebildet. Ich versuchte, die Gläubigen zu bitten, sich nicht zu drängeln, sondern ruhig zu bleiben, aber es herrschte große Unruhe. Besonders diejenigen, die zwei- oder dreimal im Jahr in die Kirche kommen, waren sehr ungeduldig, als Erste zu nehmen. Irgendwann sah ich, dass vorne ein kräftigerer Mann stand, der das Wasser in die Flaschen der Leute goss. Er stand dort für eine lange Zeit. Als ich ab und zu aus der Kirche kam, sah ich ihn Wasser in die Flaschen füllen.

Irgendwann dankte ich ihm, dass er dem Mesner half, und fragte ihn: – Aber beeilen Sie sich nicht, nach Hause zu gehen? – Doch, Vater, natürlich. Ich sage mir immer wieder, dass ich noch eine Flasche fülle und dann gehe. Aber dann denke ich mir, wenn ich gehe, entsteht wieder Unruhe. Weil ich kräftiger bin, drängeln sich die Leute weniger. Ich glaube, ich werde als Letzter von hier gehen.

Und er ging als Letzter. Während sich also andere drängelten, um Weihwasser zu bekommen, und sich stießen, als wären sie auf dem Markt, wusste ein Christ ein Beispiel an Geduld zu geben.

Wenn wir uns um das Weihwasser streiten, wenn wir andere mit Füßen treten, um unsere Flaschen vor ihnen zu füllen, nützt uns nicht einmal die Heilige Kommunion, die wir empfangen haben. Wenn wir aber auch an unseren Nächsten denken, dann heiligt das Weihwasser, das wir nehmen, wahrhaftig unsere Leiber und unsere Seelen. Dann empfangen wir die Gnade Gottes.“