Es war einmal eine recht bedrängte Familie, die irgendwo auf dem Lande lebte. Die Frau war sehr gläubig, und obwohl ihr Mann dem Trinken etwas zugetan war, hatte sie die Hoffnung nicht verloren, dass Gott es irgendwie fügen würde, damit ihre Familie auf den rechten Weg käme. Der Mann war ein guter und großzügiger Mensch, er war nicht gewalttätig, aber er vertrank fast das ganze Geld, und die Kinder litten darunter, dies mitanzusehen.
Die Frau sagte immer wieder zu ihm: „Petrică! Bete doch auch ein wenig zu Gott, dass Er dir diese Leidenschaft der Trunksucht nimmt, bete doch wenigstens für dich selbst, wenn schon nicht für uns!“ Doch er antwortete ihr stets: „Lass nur, du betest ja auch für mich!“ Die Frau wiederholte immer wieder: „Geh doch, Mann, auch du an Sonntagen und Feiertagen in die Kirche!“ Und er antwortete wie immer mit derselben Erwiderung: „Lass nur, Filofteia, du gehst ja auch für mich!“ Und so sagte der Mann auf jede Ermahnung seiner Frau: „Lass nur, das machst du ja auch für mich!“
Eines Tages wurde Petrică krank und bekam hohes Fieber. Seine Frau war mit den Kindern in der Kirche und sie beteten auch für ihn. In seinem Zustand schlief er unter dem Einfluss der Krankheit und des starken Fiebers ein und hatte einen furchtbar schrecklichen Albtraum, der ihm wie Wirklichkeit vorkam.
Es schien ihm, als sei Petrică mit seiner Familie am Tor des Paradieses angekommen, und alle waren glücklich über die unbeschreiblichen Schönheiten, die sich dort erahnen ließen. Ein furchterregend schöner Engel lud sie einen nach dem anderen ins Paradies ein. Die Freude war unbeschreiblich, doch als Petrică an der Reihe war einzutreten, gebot ihm der Engel streng, hinauszugehen. Da rief er, bis zu Tränen betrübt, dem Engel mit lauter Stimme zu: „Warum lässt du mich nicht auch mit meiner Frau eintreten, Engel?“ Und der Engel sprach mit ernster Stimme zu ihm: „Lass nur, sie tritt auch an deiner Stelle ein! Ihr ganzes Leben lang hat sie an deiner Stelle gebetet, ist an deiner Stelle in die Kirche gegangen, hat an deiner Stelle für die Kinder gesorgt, hat an deiner Stelle gearbeitet, hat an deiner Stelle gebeichtet, hat sich an deiner Stelle gebessert! So gebührt es sich nun ohne Zweifel, dass sie auch an deiner Stelle ins Paradies eintritt!“
Und sobald sich die Tore des Paradieses schlossen, erschienen neben ihm grinsend einige abscheuliche und furchterregende Gestalten, die bereits begannen, ihn zu quälen und zu ihm zu sagen: „Du gehörst uns, denn uns hast du dein ganzes Lebeeeen lang gedient...!“ Er wand sich in diesem Albtraum, als seine Frau und die Kinder nach Hause kamen und ihn schreien, klagen, um Vergebung bitten und zu Gott rufen hörten, er möge ihn nicht verlassen.
Die Frau legte ihre Hand auf ihn und weckte ihn auf. Als er sah, dass alles nur ein schlimmer Traum gewesen war, sagte er verängstigt zu seiner Frau: „Meine liebe Frau, von heute an will ich Gott treu sein, denn ich war vor wenigen Augenblicken an den Toren des Paradieses, und sie ließen mich nicht mit euch hinein, nur ihr seid eingetreten, auch für mich.“