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Gleichnis

Über die Sünde der Sonntagsarbeit

An einem Sonntag arbeitete ein Bauer auf dem Feld, während sein gläubiger Dorfnachbar zur heiligen Kirche ging. Der Erste begann, sich über seinen Nachbarn lustig zu machen und ihn für frömmlerisch zu halten. Doch der Gläubige sagte zu ihm:

– „Freund, was würdest du sagen, wenn ich 7 Goldstücke hätte und 6 davon einem Bettler gäbe, den ich auf meinem Weg treffe?“

– „Ich würde sagen, du bist sehr großzügig“, antwortete der ungläubige Bauer – ein wenig ironisch.

– „Aber was würdest du sagen, wenn dieser Bettler, anstatt mir zu danken, auch noch das siebte von mir verlangen würde?“

– „Ich würde sagen, er ist ein Nichtsnutz, ein Schurke, und dass er den Galgen verdient.“

Nun sagte der, der zur Kirche ging, lächelnd zu ihm:

– „Nun, du hast dein eigenes Urteil gesprochen, denn von den sieben Tagen, die eine Woche hat, hat Gott dir sechs zum Arbeiten gegeben und den siebten will Er für Sich geheiligt haben. Aber du willst auch den siebten für dich. Du handelst genau wie jener Bettler.“

Die Entweihung des Sonntags als Tag des Herrn und Schöpfers des Universums wird von sehr vielen Christen praktiziert, die im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft sind.

Wir wünschen uns von ganzem Herzen die Erfüllung vieler Wünsche, wir wünschen uns Gesundheit, Gedeihen in allem, aber ohne den Wahren Gott. Wir haben uns unseren eigenen Gott erschaffen, jenen Gott, der auf uns hört, dem wir die Gesetze und Regeln machen. Dadurch machen wir uns schuldig, die Harmonie Gottes zu zerbrechen, denn in allem tun wir unseren Willen und nicht den wahren göttlichen Willen.

Wie oberflächlich wir diese Entweihung des Sonntags behandeln und wie klein uns diese Sünde erscheint. Wie unbedeutend es uns scheint, etwas völlig anderes zu tun, während die gesamte Christenheit in den Kirchen betet. Lasst uns sorgfältig nachdenken und sehen, wie auch wir oft selbst unser Urteil fällen, ähnlich dem Spötter aus dem obigen Gleichnis.