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Gleichnis

Die Liebe des Mönchs

Auf einem Weg sprang ein Hund einen Mann an und begann, ihn anzubellen. Der Mann jedoch griff sogleich nach einem Stein und warf ihn nach dem Tier. Der Hund wich sofort aus und, siehe da, er sprang noch heftiger auf den Mann zu, kurz davor, ihn zu beißen. Tödlich erschrocken, schaffte es der Mann gerade noch, in einen Hof zu gelangen und das Tor zuzuschlagen. Nun stand er da, während der Hund auf der anderen Seite des Zauns aus Leibeskräften heulte.

Genau in diesem Augenblick kam auch ein Mönch die Straße entlang. Als der Hund ihn sah, sprang er auf den Pater zu, bellte und fletschte die Zähne. Ruhig holte der Mönch ein Stück Brot aus seinem Sack und reichte es dem Hündchen. Sofort hörte dieser auf zu bellen, näherte sich langsam und, die Güte des Mannes erkennend, nahm das Stückchen Brot direkt aus dessen Hand und begann eifrig zu fressen. Dann setzte er sich neben den Mönch und wedelte mit dem Schwanz.

„Siehst du, mein Lieber?“, sagte der Pater zu dem Mann hinter dem Zaun, „Güte bringt immer Güte hervor. Wenn du schlecht zum Hund warst, wie hättest du gewollt, dass er zu dir ist? Komm, streichle ihn! Tue niemals Böses, wo du Gutes tun kannst. Und glaube mir, du kannst überall und jederzeit nur Gutes tun. Es hängt von dir ab!“

„Liebe ist die Freude, anderen Freude zu bereiten“ (Heiliger Johannes Chrysostomus).