Es kam ein starkes Unwetter auf und der Herr, Gott, ließ die Flüsse über die Ufer treten. Überall hieß es, das Land stehe unter Wasser. Unter denen, deren Häuser überflutet wurden, war auch ein gottesfürchtiger Bauer. Als das Wasser in die Küche eindrang, zog er mit seiner Familie in das Obergeschoss des Hauses.
Als er und seine Familie aus dem Fenster schauten, sahen sie ein Boot vorüberfahren. Die Besatzung winkte und rief: „Kommt! Wir bringen euch in Sicherheit!“ Aber der gottesfürchtige Bauer antwortete: „Gott wird uns retten.“
Das Wasser stieg weiter an. Es erreichte das Obergeschoss und der Bauer musste mit seiner ganzen Familie auf den Dachboden umziehen. Wieder kam ein Boot, und die Menschen darin riefen dem Bauern zu, er solle an Bord kommen. Aber der Bauer antwortete genauso: „Lasst nur, Gott wird uns helfen.“
Doch das Wasser stieg noch höher. Der Bauer und die Seinen mussten auf dem Dach stehen und sich am Schornstein festhalten. Das Wasser umspülte ihre Füße. Da kam das Boot zum dritten Mal, und die Menschen wollten ihnen helfen. Aber der gottesfürchtige Bauer lehnte in seinem unerschütterlichen Vertrauen auf den Herrn diese Hilfe ab: „Der Herr wird uns aus dieser großen Not retten“, rief der Bauer noch einmal.
Da kamen starke Wellen, rissen das Dach mit sich und spülten die ganze Familie den Hang hinab. Der Bauer starb, und seine Seele wurde von den Engeln geholt, um vor Gott zur Anbetung geführt zu werden.
Die Seele des Bauern trat enttäuscht vor den Thron des Allerhöchsten und sprach zu Gott: „Was hast Du uns versprochen und was hast Du getan? Warum bist Du mir und den Meinen nicht zu Hilfe gekommen, als wir in größter Bedrängnis waren?“ Gott sprach ruhig zu ihm: „Ich habe dir heute Abend dreimal ein Boot geschickt ...!“