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Gleichnis

Das Wesentliche

Eine Anekdote erzählt, wie ein junger, wissbegieriger König den Gelehrten seines Landes befahl, alle wissenschaftlichen Werte der Welt schriftlich zusammenzutragen. Nach 40 Jahren präsentierten sie ihm die Ergebnisse in tausend Bänden. Der König, der inzwischen 60 Jahre alt geworden war, sagte: „Tausend Bücher kann ich nicht mehr lesen. Zieht das Wesentliche daraus.“

Nach zehn Jahren fassten die Gelehrten den Inhalt in hundert Büchern zusammen. Der König sagte: „Auch das ist noch zu viel. Ich bin schon 70 Jahre alt. Schreibt mir das Wesentliche auf.“ Die Gelehrten machten sich an die Arbeit und zogen das Wesentliche in einem einzigen Buch heraus.

Sie erschienen vor dem König. Dieser lag bereits auf dem Sterbebett und wollte zumindest die Zusammenfassung dieses Werkes der Gelehrten erfahren. Da fasste der Vorsitzende der Kommission das Wesentliche der Menschheitsgeschichte in einem einzigen Satz zusammen: „Sie haben gelebt, sie haben gelitten, sie sind gestorben. Was zählt und was bleibt, ist die Liebe und das Licht.“