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Gleichnis

Ich habe keine Sünde

Ein stolzer und ungläubiger Mann prahlte immer damit, dass er Gott nicht brauche, da seine Seele wie ein unbeschriebenes Blatt Papier sei; er könne also sein Leben ehrlich und schön ohne Christus führen. Eines Tages, als er mit mehreren Leuten einen Ausflug machte, gelangte er zu einem sehr abgelegenen Kloster mitten im Wald.

Dort befand sich ein Mönch, der für seine Weisheit berühmt war, und unser stolzer Mann wollte auch ein wenig mit dem alten Einsiedler sprechen. Als er in der Zelle des Mönchs ankam, sprach dieser mit ihm über Gott und über die Sünde.

Der hochmütige Mann hielt sich zurück, so gut er konnte, doch beim Weggehen sagte er zum Mönch: „Ich brauche Gott nicht, da mein Leben und meine Seele wie ein unbeschriebenes Blatt Papier sind!“

Der Mönch nickte und sagte lächelnd zu ihm: „Gut, gut, ich will es so sagen, wie Ihr es sagt, aber passt dann gut auf, dass der Teufel nicht seinen Namen darauf schreibt!“

Der Hochmütige schwieg, doch als er die Zelle verließ, blieb er nachdenklich stehen, und während er seines Weges ging, fragte er sich: „Ist es wirklich so weiß, wie ich sage?“ Und als er tiefer über seine Taten nachdachte, sah er seine vielen Sünden! Da kam er zur Besinnung, sah die Sünden, die er begangen hatte, und spürte das große Bedürfnis nach Gottes Hilfe!