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Gleichnis

Eine Ausstellung von Kreuzen

Eine mittelalterliche Legende erzählt, wie Gott sich eines Mannes erbarmte, der über sein Kreuz klagte. Er fand es zu schwer für seine Kräfte. Gott führte ihn in einen Saal, in dem alle Kreuze der Menschen ausgestellt waren, und sagte zu ihm: „Wähle dir eines aus!“

Der Mann begann zu suchen. Da sah er ein dünnes Kreuz, doch es war zu lang. Er sah ein sehr kleines Kreuz, doch als er es auf seine Schultern nehmen wollte, schien es ihm so schwer wie Blei. Dann fand er eines, das ihm gefiel, und legte es auf seine Schultern. Aber als es auf seinen Schultern lag, bemerkte der Mann, dass es einen scharfen Stachel hatte, der wie ein Dorn in sein Fleisch drang.

So hatte jedes Kreuz etwas Unangenehmes an sich. Er betrachtete alle Kreuze, und keines schien ihm zu passen. Plötzlich entdeckte er in einer Ecke ein Kreuz, das er übersehen hatte. Dieses war nicht zu schwer und nicht zu leicht, so als wäre es eigens für ihn zugeschnitten und gemacht. Dieses wollte er von nun an tragen. Als er es jedoch genauer und aufmerksamer betrachtete, bemerkte er, dass es genau das Kreuz war, das er bis zu jenem Augenblick getragen hatte.