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Gleichnis

Wer gibt, wird nicht ärmer

Die Sonne zog über das Himmelsgewölbe und war sehr zufrieden mit ihrem Feuerwagen. Sie warf ihre goldenen Strahlen mit großer Freude nach allen Seiten, was für eine schwarze Wolke ein Grund zur Verbitterung war. „Wirf nur alle deine Strahlen weg, du Verschwender, und dann wirst du sehen, was dir noch bleibt“, sagte die schwarze Wolke zu ihr.

Und die Sonne schien immer großzügiger zu werden. Die Weintrauben und die anderen Früchte reiften unter der Einwirkung ihrer Strahlen, und die Pflanzen und Tiere erfreuten sich an ihrem Licht und ihrer Wärme.

„Lass dich nur völlig ausrauben, und du wirst sehen, wie man es dir später danken wird, wenn du nichts mehr hast“, sagte die schwarze Wolke erneut zu ihr.

Die Sonne setzte jedoch ihre Reise fort und warf mit Freude Millionen von Strahlen nach links und rechts auf alle, die sie brauchten.

Als der Sonnenuntergang nahte, begann die Sonne, eine Bestandsaufnahme ihrer Strahlen zu machen. Und siehe da, es fehlte ihr nicht ein einziger. Von Verwunderung, aber zugleich auch von Wut erfasst, verschwand die schwarze Wolke vor der Sonne und löste sich auf.

Die Sonne aber senkte sich langsam zum Meer hinab.

Mensch, deine guten Worte und Taten, die du schenkst, machen dich nicht ärmer. Schenke mit und aus ganzem Herzen und ganzer Seele. Anstatt ärmer zu werden, wirst du reicher, aber nicht materiell, sondern geistlich. Indem du gibst, wirst du gewinnen!