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Gleichnis

Die Frau, die ihren Mann zur Beichte brachte!

Maria war eine verheiratete Frau, die sich mit ihrem Mann nicht gut verstand, weshalb in ihrem Haus ständig Unruhe und Streit herrschten. Sie hielt sich für sehr gläubig und ging immer zur Beichte, aber jedes Mal zu einem anderen Beichtvater.

Beim Beichtvater sprach sie, wenn sie beichtete, mehr über die Sünden ihres Mannes und darüber, dass die Schuld an den begangenen Sünden fast ausschließlich bei ihm liege. Eines Tages jedoch kam sie zu einem sehr erfahrenen Beichtvater, der ihr die Beichte abnahm. Aber auch diesmal rechtfertigte sich Maria und fand Erklärungen für ihre Sünden im Verhalten ihres Mannes.

Nach einer langen Beichte sagte der Priester schließlich zu ihr: „Maria! Für alle begangenen Sünden wirst du jeden Tag die Morgen- und Abendgebete verrichten, den Paraklisis-Kanon an die Gottesmutter um Hilfe, eine Kathisma aus dem Psalter und ... usw., usw., gute Taten, Almosen, Wachsamkeit des Geistes, Güte, Sanftmut gegenüber dem Nächsten ... und so und so viele Metanien am Tag!"

Maria stand da, hörte zu und war bestürzt darüber, dass der Priester ihr eine so strenge Bußregel auferlegt hatte. Sie fragte ihn verwundert: „Vater! Aber warum soll ich so viel tun, warum geben Sie mir eine so schwere Bußregel, wenn ich doch alles nur wegen meines Mannes tue? Er sollte sie tun, nicht ich!"

Und der Priester antwortete ihr mit Sanftmut: „Maria! Es gebührte sich, dir die Bußregel zu geben, solange du ihn zur Beichte gebracht hast und nicht dich selbst. Anstatt dich selbst zu beichten, hast du ihn gebeichtet. Daher gebührt diese Bußregel dir. Wenn er zur Beichte kommt, werde ich auch ihm etwas zur Besserung auferlegen, aber vorerst hast du ihn gebeichtet, ihn auf jede Weise verurteilt, und deshalb ist es nun angebracht, dass du seine Bußregel tust ...“.

Wie oft gehen manche von uns nicht zur Beichte, und für alles, was wir getan haben, ist jeder schuld, nur wir nicht. Schuld ist das Wetter draußen, der Bus, der nicht pünktlich kommt, die Fahrer im Verkehr, der Regen und die Sonne, die Schwiegermutter, der Hund und das Schwein, sogar der Mond am Himmel macht uns gegenüber Fehler, und wir, die Demütigen, sündigen vor Gott, aber nur ihretwegen, auf keinen Fall unseretwegen.

Die Selbstgerechtigkeit ist die Sünde, die mit dem Ungehorsam verwandt ist, denn Adam und Eva rechtfertigten sich im Paradies und verloren alles. Wenn wir also zur Beichte gehen, sollten wir dem Beichtvater nur unsere Sünden sagen, ohne etwas zu verbergen, und die Schuld nur bei uns selbst suchen, nicht (auch) bei anderen.