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Gleichnis

Die zänkische Frau

Ein Mann kam zu seinem Beichtvater, um sich zu beklagen: - Vater, ich ertrage sie nicht mehr. Ihr Mundwerk steht den ganzen Tag nicht still. Dass dies nicht gut sei, dass jenes nicht gut sei. Warum ich nicht mehr Geld verdiene. Warum ich es nicht so mache, warum ich es nicht anders mache. Vorwürfe über Vorwürfe. Ich will mich scheiden lassen und eine andere Frau nehmen. - Warum hast du sie geheiratet? - Weil ich sie liebte. Ich liebe sie auch jetzt noch, aber es fällt mir sehr schwer. - Mit ihr hast du dich vor Gott verbunden, sie ist dein Kreuz. Wenn du dich scheiden lässt, wisse, dass die nächste Frau dich noch mehr betrüben wird. Du kannst deinem Kreuz nicht entfliehen, es sei denn, du nimmst ein schwereres auf dich. Willst du erlöst werden? Ertrage deine Frau. Freue dich, dass sie dich nicht betrügt. Was ihr Mundwerk betrifft, so reden fast alle Frauen zu viel. Eine Frau, die weiß, wie viel sie reden, wie sie reden und wann sie reden soll, ist schwer zu finden. Das gilt auch für uns Männer. Vergib ihr. Zeige ihr Liebe, auch wenn sie sich dir gegenüber schlecht benimmt. Wenn du alles in deiner Macht Stehende tust, damit es gut wird, und sie sich nicht ändern will, wird sie nachgeben und sich scheiden lassen, ohne dich nach deiner Meinung zu fragen. Wenn es zur Scheidung kommt, dann soll es auf keinen Fall deine Schuld sein. Ich wiederhole: Wenn du vor einer Frau flüchtest in dem Gedanken, eine passendere für dich zu finden, wirst du vom Regen in die Traufe kommen. Du bist mit deiner Frau vor Gott verbunden. Vergiss das nicht. Die Väter sagten: „Wenn dir an dem Ort, an dem du wohnst, eine Versuchung widerfährt, so verlasse den Ort nicht zur Zeit der Versuchung! Andernfalls wirst du, wohin du auch gehst, das vor dir finden, wovor du flüchtest. Ertrage es aber, bis die Versuchung vorübergeht, damit dein Weggang ohne Anstoß geschieht und zur Zeit des Friedens deine Trennung keine Betrübnis bei denen verursacht, die an jenem Ort wohnen.“