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Gleichnis

Die Blumen des Blinden

Ein Blinder lebte in einem kleinen Haus, das von einem großen Garten umgeben war. Jede Minute seiner Freizeit verbrachte er in seinem Garten und pflegte ihn mit großer Hingabe, obwohl er nichts sehen konnte. Ob Frühling, Sommer oder Herbst, sein Garten war eine Insel der Blumen. „Sagen Sie mir bitte“, fragte ihn ein Passant, der die Pracht der Blumen bewunderte, „warum machen Sie diese Arbeit? Sie können doch ohnehin nichts von all dieser Schönheit sehen!“ „Oh, doch!“, antwortete der Blinde. „Ganz und gar nicht.“ „Warum pflegen Sie dann den Garten?“ Der Blinde lächelte: „Ich kann Ihnen mindestens vier Gründe nennen, warum ich tue, was ich tue: Erstens, ich liebe die Gartenarbeit; zweitens, ich kann diese Blumen fühlen; drittens, ich kann ihren Duft riechen. Der vierte Grund sind Sie.“ „Ich? Aber Sie kennen mich doch gar nicht!“ „Nein, aber ich wusste, dass Sie früher oder später an meinem Garten vorbeikommen würden. Ich wusste, dass Sie sich an meinen wundervollen Blumen erfreuen und dass ich die Gelegenheit haben würde, mit Ihnen über all dies zu sprechen.“