Ein Christ fragte seinen Beichtvater: – Pater, ich möchte ein guter Christ sein, ein Leben ohne Sünden führen. Was muss ich zuerst tun, was ist das Wichtigste? – Oh, mein Sohn, alles ist wichtig. Sag mir, wenn du einen Garten hast, in dem du allerlei schöne Blumen pflanzt, erwartest du dann, dass sie wachsen? Einfach so, ohne dass du etwas tust, werden sie sprießen? – Nein, Pater, ich muss sie gießen … – Aber wenn du sie nur gießt, werden sie dann groß und schön wachsen? – Nein, Pater, ich muss auch arbeiten, mich um sie kümmern, damit sie nicht von Unkraut zerstört werden … – Aber wenn du ihnen all das gibst und sie kein Licht haben, können sie dann wachsen? – Auf keinen Fall, Pater, dann ist all meine Arbeit umsonst, die Blumen werden niemals wachsen. – Jetzt hast du es verstanden, mein Sohn?! Unsere Seele ist wie ein Garten, in dem die schönsten Blumen gesät sind: die Liebe, der Glaube, die Güte, die Mäßigung, die Mitmenschlichkeit ... Wir aber müssen uns um diesen Garten in unserer Seele kümmern, damit alles, was dort ist, aufblüht. Nur so erfüllt sich die Seele des Menschen mit Schönheit.
Was müssen wir für all das tun? Wir müssen darauf achten, dass das Unkraut der Sünden keine Wurzeln in der Seele schlägt, wir müssen stets darüber wachen, dass das Böse sich nicht in uns einnistet, denn wenn es einmal eingedrungen ist, ist es sehr schwer, es wieder zu entfernen. Und was müssen wir noch für den Garten der Seele tun? Wir müssen ihn stets mit dem lebenspendenden Wasser bewässern, das das Gebet ist. Aber sie würden trotzdem nicht wachsen, wenn nicht das wohltuende Licht der göttlichen Liebe sie alle erwärmen würde. Und wo könnten unsere Seelen mehr göttliche Wärme und Licht finden als in der Kirche?!
Nun, kannst du mir sagen, mein Sohn, was wichtiger ist? Alles ist wichtig. Sei stets achtsam auf deine Seele, kümmere dich um sie, denn dann wird auch Gott dir helfen. Nur so, durch unsere Arbeit und mit der Hilfe des Herrn, werden die wunderbaren Blumen in unseren Seelen, das heißt die Liebe, der Glaube und all die guten Dinge, die Gott uns geschenkt hat, ungehindert wachsen, und unser Leben wird sich mit Glück erfüllen.
„Alle Dinge sind uns anvertraut worden und wir diesen“ – der heilige Johannes Chrysostomos.