David, ein junger Hirte, wurde an den Hof von König Saul gebracht und wurde in kurzer Zeit zum Liebling aller. Einmal, als alle Höflinge versammelt waren, bat er den König um Erlaubnis, auf der Harfe zu spielen, die neben seinem Thron stand. Der König sagte zu ihm:
– Es hat keinen Sinn, andere haben es auch versucht und konnten es nicht! David bestand darauf. Als er die Saiten der Harfe berührte, ertönte eine so wundervolle Musik, dass alle in Tränen ausbrachen. Die Saiten erzitterten bei der Berührung seiner Hände wie ein lebendiges Wesen. Der König staunte:
– Wie kommt es, dass die Harfe bei den anderen stumm blieb, du aber spielen konntest?
– Alle anderen wollten ihre eigenen Lieder spielen. Aber die Harfe hat sich widersetzt. Ich habe ihr eigenes Lied gespielt. Ich habe sie an die schönen Zeiten erinnert, als sie ein Baum im Wald war, als die Vögel zwischen ihren Zweigen zwitscherten und ihre Blätter in der Sonne badeten… und ihr habt alle die Freude der Harfe gehört. Dann habe ich ihr mein Mitleid für das Leid gestanden, das sie an jenem schrecklichen Tag durchgemacht hat, als die Menschen den Baum fällten. Ich habe ihr versichert, dass der Tod des Baumes nicht umsonst war, denn aus seinem Holz wurde sie gemacht, eine Harfe, die die Seelen der Menschen erfreut und die Lobgesänge für Gott spielen kann. Die Harfe hat all dies verstanden und mir mit ihrem Lied geantwortet…