Ein Mann fragt einen Weisen: „Ich suche Gott! Überall habe ich Seine Zeichen und Sein Wohlwollen, Seine Wahrheiten und Wunder gesehen. Doch ich möchte Sein Angesicht schauen!“
„Siehst du den Berg vor dir? Versetze ihn mit deinen Händen, und vielleicht findest du so, was du suchst!“
Mit bloßen Händen machte sich der Mann an die Arbeit und versetzte den Berg, Stein für Stein, unter Einsatz seines Körpers, seiner Seele und seines Verstandes.
Nach vielen Jahren kehrte er zu dem Weisen zurück. „Ich habe den Berg versetzt, wie du mir gesagt hast, aber ich habe das Angesicht Gottes nicht gesehen!“
„Siehst du das Wasser, das am Berg vorbeifließt? Ändere seinen Lauf mit deinen Armen!“
Der Mann mühte sich viele Jahre ab und verlegte das Flussbett, doch da er das Angesicht des Schöpfers nicht fand, kehrte er zum Weisen zurück.
„Hast du dein Herz erforscht?“, fragte ihn der Weise.
„Ich war zu beschäftigt damit, den Berg zu versetzen, das Flussbett zu ändern, mit den vielen Worten, mit den Menschen, mit dem Leben…“
„Der Mensch sucht nur das, was bereits in ihm ist. Du bist auf dem richtigen Weg und wirst zweifellos finden, was du suchst. Das Angesicht Gottes offenbart sich nicht auf einmal, sondern sammelt sich Tropfen für Tropfen, wie der Tau. Es ist leichter, einen Berg zu versetzen, es ist eher möglich, das Bett eines Flusses zu ändern, als Gott zu sehen, wenn du Ihm keine Wohnstatt in deiner Seele bereitet hast!“