Eine uralte arabische Legende erzählt die traurige Geschichte des Janitscharen des Sultans von Bagdad. Eines Tages warf sich der junge Janitschar voller Trauer zu Füßen seines Herrn, der ihn sehr schätzte, und bat ihn, ihm sein wunderbares Pferd zu leihen, das so schnell war, dass es zu fliegen schien. „Warum?“, fragte ihn der Sultan. „Ich habe den Tod im Garten gesehen, und er hat mir ein Zeichen gegeben. Mit deinem Pferd werde ich nach Bassora fliehen und mich dort auf dem Markt verstecken können. So wird der Tod mich nicht finden.“
Der Sultan gab dem jungen Mann seinen Hengst, und dieser ritt im Galopp davon. Der Sultan ging in den Garten hinab und sah, wie der Tod dort stand und wartete. „Warum hast du meinen Janitscharen bedroht?“, fragte er ihn. „Ich habe ihn keineswegs bedroht“, antwortete der Tod. „Ich habe nur verwundert den Arm gehoben. Ich fragte mich: ‚Wie kann er noch hier sein, da ich doch in weniger als fünf Stunden auf dem Markt in Bassora mit ihm verabredet bin…‘“
Manchmal glauben wir leider tatsächlich, wir könnten den Tod überlisten, indem wir ziellos hierhin oder dorthin fliehen. Meistens verhält sich der Mensch kindisch gegenüber der unausweichlichen Begegnung mit dem Tod, und die Angst, der Ewigkeit die Hand zu reichen, offenbart seine Nichtigkeit und Ohnmacht.
Wie viele Menschen sind, wenn sie gesund sind und alles gut für sie läuft, wie Drachen hoch am Himmel und zeigen ihren Mut? Doch wenn ein Ereignis des Lebens sie mit dem Tod konfrontiert, offenbart sich ihre Feigheit und Unmännlichkeit. Für wahre Christen ist der Tod jedoch nur ein Übergang zur ewigen Glückseligkeit.
So werden wir alle unweigerlich körperlich sterben, und gerade deshalb müssen wir seelisch allzeit bereit sein, das heißt, in Gemeinschaft mit Gott zu sein. In diesem Sinne müssen wir ein Leben aufbauen, das von guten Taten, Liebe, Licht, Güte, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Barmherzigkeit, Glauben, ... von Buße für alle schlechten Taten und deren Bekenntnis – der schlechten Taten – vor dem Beichtvater gekrönt ist, um Lossprechung und Besserung zu erlangen.