Einst erfuhr ein Fürst, der für seinen erleuchteten Geist bekannt war, dass weit entfernt in einem abgeschiedenen Kloster ein alter Mönch lebte, ein Mann von seltener Weisheit. Da er sich selbst davon überzeugen wollte, wie wahr diese Nachricht sei, begab er sich unverzüglich zu jenem heiligen Ort und bat darum, den Mönch zu sehen.
Als dieser gehorsam und demütig kam, wollte der Fürst ihn in einer ungewöhnlicheren Situation auf die Probe stellen und sprach zu ihm: „Vater, darf ich dich etwas fragen?“ „Gewiss, Eure Hoheit, fragt mich!“ „Siehst du, ich habe dich bereits gefragt.“ „Und ich habe dir bereits geantwortet.“ „Was hast du mir geantwortet?“ „Aber was hast du mich gefragt?“
Als der Fürst dessen Weisheit erkannte, verbrachte er von da an viel Zeit mit dem alten Mönch, der für seine Ratschläge stets sowohl von den Adligen als auch von den einfachen und bescheidenen Leuten, die für seine nützlichen, aus seinem Glauben und seiner Weisheit entsprungenen Ratschläge von weither kamen, geschätzt und aufgesucht wurde.
„Die Weisheit ist eine Quelle des Lebens“ (Heilige Schrift)