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Gleichnis

Das Opfer der Kerze

Es ist die Zeit des Gebets. Ihr habt mich angezündet und blickt nachdenklich auf mich… Es scheint, als wolltet ihr, dass ich euch etwas sage. Was soll ich euch sagen? Fühlt ihr Freude in eurer Seele? Ich jedenfalls freue mich, denn ich habe nur dann einen Sinn, wenn ich brenne. Ich bin nicht traurig, auch wenn ich durch das Brennen kleiner werde.

Tatsächlich habe ich nur zwei Möglichkeiten: Die erste ist, ganz zu bleiben. Das würde bedeuten, kalt zu bleiben, nicht angezündet zu werden, und dann werde ich zwar nicht kleiner, aber ich erfülle auch meinen Zweck nicht. Die zweite wäre, Licht und Wärme zu verbreiten und mich dadurch zu opfern, mich selbst hinzugeben… Das ist viel schöner, als kalt und sinnlos zu bleiben.

Und ihr Menschen seid genauso. Wenn ihr nur für euch selbst lebt, seid ihr die nicht angezündete Kerze, die ihren Zweck nicht erfüllt hat. Aber wenn ihr Licht und Wärme schenkt, dann habt ihr einen Sinn.

Dafür müsst ihr euch opfern, etwas geben: die Liebe, die Wahrheit, die Freude, das Vertrauen und all die edlen Gefühle, die ihr im Herzen tragt. Fürchtet euch nicht davor, kleiner zu werden… Das ist eine Illusion. In eurem Inneren ist immer Licht.

Denkt mit Frieden in der Seele daran, dass ihr wie eine brennende Kerze seid. Ich bin nur eine einfache brennende Kerze. Allein leuchte ich weniger. Aber wenn wir viele zusammen sind, sind das Licht und die Wärme viel stärker. Und bei euch Menschen ist es genauso, zusammen leuchtet ihr mehr…