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Gleichnis

Die Tränen des Räubers

Ein großer Räuber, der ein Leben in Gesetzlosigkeit geführt hatte, fasste den Entschluss, Buße zu tun, das heißt, keine Sünden mehr zu begehen und sein Verhalten zu ändern. Er ging also zu einem Einsiedler und teilte ihm seinen Gedanken mit.

Der Einsiedler riet ihm: „Nimm ein großes, bodenloses Fass und fülle es mit Wasser, und wenn das Fass voll ist, sollst du wissen, dass Gott dir vergeben hat.“

Der Mann ging und tat, wie ihm der Einsiedler gesagt hatte. Doch so sehr er auch Wasser hineingoss, das Fass blieb leer. Er goss vergebens. Da begann er zu trauern und sprach: „Es scheint, dass ich bei Gott keine Vergebung finde.“ Seine Trauer war so groß, dass seine Tränen zu fließen begannen.

Da geschah ein Wunder. Das Fass füllte sich auf einmal, und der Mann spürte in seiner Seele den Trost der Vergebung Gottes. Nur durch die Tränen der Reue können wir von Gott die Vergebung unserer Sünden erlangen.