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Gleichnis

Die Schmeichler

Ein König von Persien, der einen guten Ratgeber erwählen wollte, rief eines Tages die fünf angesehensten Bürger der Stadt in seinen Palast und sprach zu ihnen: „Seht, ich habe fünf Ringe an meinen Fingern; sie werden der Lohn für eure Aufrichtigkeit sein. Sagt mir ohne Schmeichelei: Was denkt ihr über meine Macht und meine Größe?“

Von der Schönheit der Diamanten an den Ringen geblendet und begierig, sie zu besitzen, antworteten sie dem König mit viel Lobpreis, wie er sich eigentlich nur für Gott geziemt. Der König schien sehr zufrieden und gab nacheinander vier Ringe her. Da der fünfte schwieg, forderte der König ihn auf, seine Meinung zu äußern.

„Ich denke anders“, sagte dieser, „als jene, die vor mir gesprochen haben. Ich glaube, o König, dass du all deine Macht von Gott hast und sie dir zum Wohl des Volkes gegeben wurde, über das du herrschst, und dass du einst Rechenschaft darüber ablegen musst, wie du sie gebraucht hast.“

„Das glaube ich auch“, sprach der König mit Zufriedenheit. „Dir aber gebe ich nicht den Ring, sondern mein Vertrauen und meine Freundschaft. Du wirst stets an meiner Seite bleiben als mein Ratgeber und Freund, denn in dir habe ich den aufrichtigen Menschen und Freund gefunden, den ich suchte.“

Am nächsten Tag kamen die vier sehr eilig, um dem König zu sagen, dass der Händler, bei dem er die Ringe gekauft hatte, ihn betrogen und ihm falsche Diamanten gegeben habe. Doch der König sprach zu ihnen: „Was, glaubt ihr, ich wüsste nicht, dass die Diamanten falsch sind?! Ich selbst habe sie so in Auftrag gegeben. Ich habe euch ehrlich bezahlt. Ihr habt mir falsches Lob gegeben, und ich habe euch die falschen Diamanten geschenkt. Ich habe euch mit demselben Maß bezahlt, worüber beklagt ihr euch noch?!“