Eines schönen Tages fiel der Esel eines Bauern in einen Brunnen. Das unglückliche Tier begann stundenlang zu schreien, während der Bauer überlegte, was zu tun sei. Schließlich entschied der Bauer, dass der Esel ohnehin alt war und der ohnehin trockene Brunnen sowieso irgendwann zugedeckt werden musste. Und dass es sich nicht mehr lohnte, sich die Mühe zu machen, den Esel aus der Tiefe des Brunnens zu ziehen. Also rief der Bauer seine Nachbarn, damit sie ihm zur Hand gingen.
Jeder von ihnen ergriff eine Schaufel und sie begannen, eifrig Erde in den Brunnen zu werfen. Der Esel verstand sofort, was ihm bevorstand, und begann noch lauter zu schreien. Doch zur Überraschung aller beruhigte sich der Esel nach einigen guten Schaufeln Erde und verstummte.
Der Bauer blickte in die Tiefe des Brunnens und war verblüfft von dem, was er sah. Mit jeder Schaufel Erde tat der alte Esel etwas Unerwartetes: Er schüttelte die Erde von sich ab und trat auf sie. Bald wurden alle überrascht Zeugen, wie der Esel, am Rand des Brunnens angekommen, über den Brunnenrand sprang und zitternd herauskam.
„Der Esel trägt und weiß nicht, was er trägt!“ Dieses Sprichwort passt wunderbar zum Christen, der nicht gebeichtet hat, doch wenn er so verfährt wie der kleine Esel aus der Geschichte und den Schlamm der Sünde mit jeder einzelnen Beichte von sich schüttelt, wird er eine Stufe höher auf der Leiter der Erlösung steigen.