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Gleichnis

Der Zorn der Ehefrau und die Ruhe des Ehemannes

Eine Frau, die Lehrerin war, kam wütend von der Schule nach Hause. Sie hatte sich mit der Schulleiterin gestritten, die von ihr verlangt hatte, einem sehr lernschwachen Schüler gute Noten zu geben. Die Frau hatte so etwas nicht akzeptiert. Als sie das Haus betrat, fing sie an, ihren Mann anzuschreien. Dieser schwieg und widersprach ihr nicht.

Irgendwann begann die Frau, ihn zu schelten, weil er kein Obst für die Kinder gekauft hatte. Der Mann spürte, wie das Blut in seinen Kopf stieg. Am Morgen hatte ihm die Frau gesagt, dass sie das Obst kaufen würde, doch wegen ihres Ärgers hatte sie es vergessen. Der Mann wollte sie anschreien, erinnerte sich aber daran, dass ihm sein Beichtvater geraten hatte, „Herr, erbarme dich“ zu sagen, wann immer er vom Zorn versucht wurde. Er sprach das Gebet einmal, fühlte sich aber nicht ruhiger. Er wiederholte das Gebet noch einige Male mit Glauben und beruhigte sich schließlich.

Als ihr Ärger verflogen war, erinnerte sich die Frau, wie die Dinge wirklich gewesen waren. Sie kam zu ihm und umarmte ihn: – „Vergib mir, ich habe gesagt, dass ich das Obst holen werde. Vergib mir!“ – „Ich vergebe dir, wie könnte ich dir nicht vergeben“, sagte der Ehemann und streichelte ihr Haar.

In der Nacht träumte die Frau von dem Gespräch mit ihrem Mann. Sie sah, dass, als sie ihn anschrie, ein unreiner Geist ihm immer näher kam. Sie sah, wie ihr Mann zu beten begann, und der Teufel ging sofort weg. Als sie aufwachte, sagte sie zu ihm: – „Ich wusste nicht, dass du gestern Abend gebetet hast, als ich dich angeschrien habe. Ich werde versuchen, auch zu beten, wenn ich wieder vom Zorn versucht werde.“