Zum Inhalt springen

Gleichnis

Erlösung und Gebet bestehen nicht aus Worten

Eines Tages trafen sich drei Christen in einer Bibliothek. Vertieft in die Schönheit der Bücher, die sie lasen, bemerkten sie nicht, wie es Abend wurde. Als nur noch sie in der Bibliothek waren, begannen sie, lebhaft über das zu diskutieren, was sie tagsüber gelesen hatten. Plötzlich ging das Licht aus, und sie waren in Dunkelheit gehüllt.

Einer von ihnen sagte: „Lasst uns beten. Jeder von uns soll das ‚Vaterunser‘ sprechen, und vielleicht wird Gott sich desjenigen erbarmen, der am schönsten betet, und das Licht wird wieder angehen.“ Die anderen beiden waren sofort einverstanden.

Der erste begann zu beten. Sein Gebet war so wunderschön gesprochen, doch der Raum blieb weiterhin dunkel.

Dann betete auch der zweite. Sein Gebet konnte einen nicht unbeeindruckt lassen. Die Worte kamen aus der Seele, mit viel Frömmigkeit gesprochen, aber das Licht blieb aus.

Schließlich begann auch der dritte, sein Gebet zu sprechen. Doch während er die Worte demütig, ruhig und bedächtig aussprach, stand er vom Tisch auf, an dem sie alle saßen, ging langsam und tastend zum Eingang, fand den Sicherungskasten, wechselte die Sicherung aus und kam zurück.

Als er sein Gebet mit den Worten „Amen!“ beendete, wurde der ganze Raum von Licht durchflutet. Er trat zu seinen verwunderten Freunden und sagte, indem er auf die Bibel auf dem Tisch zeigte:

„Vorhin habe ich in der Heiligen Schrift gelesen. Als das Licht ausging, war ich gerade bei dem Vers, der lautet: ‚Erlösung und Gebet bestehen nicht aus Worten‘.“