Ein Pferd lebte mit seinem munteren Fohlen in einem wunderschönen Tal mit grünen Weiden, klaren Flüssen und dem kühlen Schatten vieler Bäume.
Doch dem Fohlen erging es wie den Menschen, die alles haben: Es war unzufrieden. Es tat nur, was ihm Vergnügen bereitete: Es schlief, obwohl es nicht müde war; es war bequem und satt und verachtete schließlich das Tal.
„Vater, wenn ich noch länger hier leben muss, werde ich sicher krank. Das Gras schmeckt mir nicht mehr, die Luft ist so stickig, der Fluss ist schmutzig. Wir müssen von hier weg!“
Also gingen sie von dort fort. Sie stiegen auf steilen Pfaden zum Bergrücken hinauf. Der kalte Wind wehte stark, und man fand kaum noch einen Grashalm. Am zweiten Tag wirkte das Fohlen erschöpft und kraftlos vor Hunger. Am dritten Tag konnte es seine Beine nicht mehr bewegen.
„Es ist Zeit, umzukehren“, sagte der Vater und führte seinen Sohn auf einem anderen Weg ins Tal zurück. Sie kamen erst in der Nacht dort an.
Kaum spürte das Fohlen das zarte und frische Gras unter seinen Hufen, wieherte es freudig: „Vater, wir bleiben hier. Niemals habe ich so herrlich duftendes und schmackhaftes Gras gefressen!“
In diesem Augenblick brach die Morgendämmerung an. Und das Fohlen bemerkte, dass sie genau in diesem Tal schon zuvor gelebt hatten. Vor Scham wagte es nicht mehr, seinen Vater anzusehen.